Die Erde wird immer kleiner und die Menschen haben immer weniger Raum zur Verfügung!? Dass die Erde kleiner wird stimmt, natürlich nicht, da aber immer mehr Menschen auf der Erde leben, steht für jeden einzelnen von uns jedoch immer weniger Raum zur Verfügung. Weniger Raum für Dörfer und Städte, und, was auch sehr wichtig ist, weniger Raum für den Anbau und die Gewinnung von Lebensmitteln.
Aber keine Sorgen, wir Menschen sind schon immer erfinderisch gewesen; wenn Probleme auftreten müssen Lösungen gesucht und gefunden werden!
Steht nicht mehr ausreichend Land für die Produktion von Lebensmitteln zur Verfügung, müssen wir in die Höhe wachsen, wir müssen Wüsten bewässern und das Meer nutzen.
In vielen Ländern werden Lebensmittel schon in Hochhäusern oder gar im Meer gewonnen, und was z. B. ganz besonders interessant ist, die Produktion von Pflanzen wird mit der Züchtung von Fischen verbunden.
Das ist keine Phantasie, es gibt bereits Erdbeerfelder, Tomaten-Plantagen oder Weizenfelder in und auf Hochhäusern, die extra dafür gebaut wurden. Auch in Afrika werden bereits große Teile von Wüsten mit Bäumen bepflanzt und fruchtbar gemacht.
Ackerbau in Häusern hat viele Vorteile, es kann das ganze Jahr über gesät, gepflanzt und geerntet werden, es kann nach Bedarf gedüngt und gewässert werden; Licht kann gezielt zugeführt werden, ebenso können Pflanzenkrankheiten gezielter bekämpft werden. In Hochhäusern können in großen Ställen auch Tiere gehalten werden, z.B. Kühe oder Schweine oder Fische in großen Aquarien. Wichtig ist, dass diese Erzeugnisse nicht mehr über weite Strecken und lange Zeiten transportiert werden müssen, das spart Treibstoff und entlastet die Umwelt.
Zu all dem müssen neue Gedanken entwickelt und neue Wege beschritten werden, wir müssen neue Techniken entwickeln, neues Verhalten einüben, kurzum wir müssen viel nachdenken und umdenken. Spannende Geschichten warten auf uns.
Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Walter E.L. Spiess
Ehemals Universität Hohenheim, Universität Karlsruhe, Seoul National University sowie Präsident International Union of Food Science and Technology/ Präsident International Academy of Food Science and Technology.
Arbeitsgebiete: Lebensmittel-Bioverfahrenstechnik Trocknungstechnik und Gefrier-Technik
1955 bis1961 Studium der Lebensmitteltechnik an den Universitäten Stuttgart Karlsruhe und Cornell Ithaka (USA).
1962 bis 2001 Wissenschaftler an der Bundesforschungsanstalt für Ernährung Karlsruhe und dem Western Regional Research Laboratory Albany Kalifornien, USA (1969- 1970). lm Rahmen dieser Tätigkeiten Leiter der Arbeitsgruppen für Trocknungstechnik und Gefriertechnik, Leiter des Institutes für Verfahrenstechnik, Leiter der Bundesforschungsanstalt für Ernährung.